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	<title>Kommentare zu: Begriffsverwirrung überall. Oder: Warum es falsch ist, von Krieg und Demokratie zu sprechen.</title>
	<link>http://bendler-blog.de/2009/07/31/begriffsverwirrung-uberall-oder-warum-es-falsch-ist-von-krieg-und-demokratie-zu-sprechen/</link>
	<description>Anmerkungen zur sicherheitspolitischen Kommunikation</description>
	<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 04:03:19 +0000</pubDate>
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		<title>Von: sascha_stoltenow</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2009/07/31/begriffsverwirrung-uberall-oder-warum-es-falsch-ist-von-krieg-und-demokratie-zu-sprechen/#comment-5349</link>
		<author>sascha_stoltenow</author>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 13:15:43 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2009/07/31/begriffsverwirrung-uberall-oder-warum-es-falsch-ist-von-krieg-und-demokratie-zu-sprechen/#comment-5349</guid>
		<description>Danke für den Hinweis. Mein wesentlicher Vorwurf lautet auch nicht, dass Afghanistan "keinerlei" demokratische Kultur besitzt, sondern, das in der öffentlichen Debatte in Deutschland der Begriff Demokratie - vermutlich bewusst - nicht differenziert betrachtet wird. In jedem Fall nicht hinreichend, um den Einsatz damit zu begründen.

So ermutigend auch klingt, was Keller dort schreibt: Auch hier plädiere ich für eine differenzierte Betrachtung. Für mich zeichnet sich Demokratie wesentlich durch den Schutz der Minderheiten in einem Gemeinwesen (Zivilgesellschaft) aus, nicht dadurch, dass Mehrheitsentscheidungen befolgt werden. "Lupenreine Demokraten" finden sich, wie wir wissen, bei einer etwas großzügigeren Auslegung des Begriffes ja vielerorts. 

Dass die Menschen in Afghanistan in der Vergangenheit Wege gefunden haben, ihre Angelegenheiten zu regeln, ist gut, und wenn das Anknüpfungspunkte für eine entsprechende Ordnung jetzt bietet, umso besser. Die Distanz zu einem abendländischen Demokratieverständnis bleibt enorm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für den Hinweis. Mein wesentlicher Vorwurf lautet auch nicht, dass Afghanistan &#8220;keinerlei&#8221; demokratische Kultur besitzt, sondern, das in der öffentlichen Debatte in Deutschland der Begriff Demokratie - vermutlich bewusst - nicht differenziert betrachtet wird. In jedem Fall nicht hinreichend, um den Einsatz damit zu begründen.</p>
<p>So ermutigend auch klingt, was Keller dort schreibt: Auch hier plädiere ich für eine differenzierte Betrachtung. Für mich zeichnet sich Demokratie wesentlich durch den Schutz der Minderheiten in einem Gemeinwesen (Zivilgesellschaft) aus, nicht dadurch, dass Mehrheitsentscheidungen befolgt werden. &#8220;Lupenreine Demokraten&#8221; finden sich, wie wir wissen, bei einer etwas großzügigeren Auslegung des Begriffes ja vielerorts. </p>
<p>Dass die Menschen in Afghanistan in der Vergangenheit Wege gefunden haben, ihre Angelegenheiten zu regeln, ist gut, und wenn das Anknüpfungspunkte für eine entsprechende Ordnung jetzt bietet, umso besser. Die Distanz zu einem abendländischen Demokratieverständnis bleibt enorm.</p>
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		<title>Von: Pascal Ziehm</title>
		<link>http://bendler-blog.de/2009/07/31/begriffsverwirrung-uberall-oder-warum-es-falsch-ist-von-krieg-und-demokratie-zu-sprechen/#comment-5337</link>
		<author>Pascal Ziehm</author>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 00:33:06 +0000</pubDate>
		<guid>http://bendler-blog.de/2009/07/31/begriffsverwirrung-uberall-oder-warum-es-falsch-ist-von-krieg-und-demokratie-zu-sprechen/#comment-5337</guid>
		<description>Dass es naiv wäre, anzunehmen, dass Afghanistan über keinerlei demokratische Kultur verfügt, möchte ich nicht ganz teilen. Sicherlich ist es keine „Westminster-Demokratie” - und das wird es auch wohl nie werden -, dennoch sind dem Land demokratische Strukturen nicht ganz fremd:

"Diese Haltung [gemeint ist der Vorwurf: 'Es ist illusorisch, Afghanistan demokratisieren zu wollen'] kommt im Mantel der politischen Klugheit daher, ist aber in mehrfacher Hinsicht dumm. Sie verkennt die Geschichte des schon 1747 gegründeten Landes, das ungeachtet seiner Stammeskriege einige starke Herrscher erlebt hat: Z um Beispiel Dost Mohammad, der 1842 die Briten zurückdrängte und über zwanzig Jahre an der Macht blieb, oder König Mohammad Zahir Shah, unter dessen Herrschaft von 1933 bis 1973 Afghanistan nicht nur bemerkenswerten wirtschaftlichen Fortschritt erlebte, sondern auch über eine demokratische, geschriebene Verfassung verfügte, die unter anderem das F rauenwahlrecht garantierte. Erst mit dem marxistischen Putsch von 1978 begann die dunkle, moderne Phase Afghanistans einschließlich der sowjetischen I nvasion von 1979 bis 1989 und dem Regime der Taliban von 1994 bis 2001. Demokratie ist dem Land nicht grundsätzlich fremd, sondern passt durchaus zu seiner Tradition der Stammesräte, die auf die Zustimmung der Gemeinschaft angewiesen sind. Eine föderale Demokratie, in der die Gouverneure nicht vom Präsidenten ernannt, sondern in regionalen Wahlen bestimmt werden, käme der politischen Tradition Afghanistans entgegen." (Keller, Patrick: Argumente für Afghanistan: Ein Leitfaden durch die deutsche Debatte, in: Konrad-Adenauer-Stiftung: Analysen &#38; Argumente, Ausgabe 66, Juni 2009, http://www.kas.de/wf/doc/kas_16616-544-1-30.pdf)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es naiv wäre, anzunehmen, dass Afghanistan über keinerlei demokratische Kultur verfügt, möchte ich nicht ganz teilen. Sicherlich ist es keine „Westminster-Demokratie” - und das wird es auch wohl nie werden -, dennoch sind dem Land demokratische Strukturen nicht ganz fremd:</p>
<p>&#8220;Diese Haltung [gemeint ist der Vorwurf: &#8216;Es ist illusorisch, Afghanistan demokratisieren zu wollen&#8217;] kommt im Mantel der politischen Klugheit daher, ist aber in mehrfacher Hinsicht dumm. Sie verkennt die Geschichte des schon 1747 gegründeten Landes, das ungeachtet seiner Stammeskriege einige starke Herrscher erlebt hat: Z um Beispiel Dost Mohammad, der 1842 die Briten zurückdrängte und über zwanzig Jahre an der Macht blieb, oder König Mohammad Zahir Shah, unter dessen Herrschaft von 1933 bis 1973 Afghanistan nicht nur bemerkenswerten wirtschaftlichen Fortschritt erlebte, sondern auch über eine demokratische, geschriebene Verfassung verfügte, die unter anderem das F rauenwahlrecht garantierte. Erst mit dem marxistischen Putsch von 1978 begann die dunkle, moderne Phase Afghanistans einschließlich der sowjetischen I nvasion von 1979 bis 1989 und dem Regime der Taliban von 1994 bis 2001. Demokratie ist dem Land nicht grundsätzlich fremd, sondern passt durchaus zu seiner Tradition der Stammesräte, die auf die Zustimmung der Gemeinschaft angewiesen sind. Eine föderale Demokratie, in der die Gouverneure nicht vom Präsidenten ernannt, sondern in regionalen Wahlen bestimmt werden, käme der politischen Tradition Afghanistans entgegen.&#8221; (Keller, Patrick: Argumente für Afghanistan: Ein Leitfaden durch die deutsche Debatte, in: Konrad-Adenauer-Stiftung: Analysen &amp; Argumente, Ausgabe 66, Juni 2009, <a href="http://www.kas.de/wf/doc/kas_16616-544-1-30.pdf" rel="nofollow">http://www.kas.de/wf/doc/kas_16616-544-1-30.pdf</a>)</p>
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